Geschichtsklitterung der Befürworter: Gustav Gull hatte andere Pläne

Gustav Gull sah eine Erweiterung des Landesmuseums nicht im Park, sondern auf der Bahnhofseite und Richtung Sihl vor.

«Schon Gustav Gull war der Meinung, eine Erweiterung werde nötig sein und sie müsse unter Einbezug des Platzspitz-Areals stattfinden», steht auf der Webseite der Befürworter des Erweiterungsbaus. Diese Aussage ist falsch und polemisch, wie die Originalpläne des Landesmuseums zeigen (siehe Anhang). Gustav Gull mass dem Ensemble Landesmuseum/Park grösste Bedeutung bei: Eine Erweiterung nach Gulls Vorstellungen hätte die Sicht aus dem Ehrenhof nicht durch Anbauten verstellt, die breite Freitreppe und die Bassins wären erhalten geblieben, keine Neubauten hätten die harmonische Verbindung zwischen dem Gull'schen Schloss und Evariste Mertens' Anlage abgeschnitten. Das entsprechende Terrain zwischen der ganzen Breite des Baus bis zum Weg der Sihl entlang gehörte deshalb auch von Anfang an dem Museum.Nie wäre Gull auf die Idee gekommen, die Schlüsselstelle zwischen Ehrenhof und Park durch Neubauten im Herzstück eines achitektonisch/gartengestalterischen Gesamtkunstwerks zu beeinträchtigen.

Das Komitee Standpunkt Landesmuseum nimmt einmal mehr zur Kenntnis, zu welchen unzutreffenden Argumenten die Befürworter greifen, um der Stimmbevölkerung den Neubau anzupreisen. Die Berufung auf Gull zur Propagierung von Christ & Gantenbein bildet einen Höhepunkt der Fehlinformation.

Samstag, 5. Juni, 11 Uhr: Maria Becker liest im Platzspitzpark

«Das Herz der schönsten Oase in Zürich darf nicht zerstört werden», sagt auch die Doyenne des deutschsprachigen Theaters, Maria Becker. Um möglichst vielen Menschen die Schönheit der bedrohten Parkanlage vor Augen zu führen, wird Frau Becker diesen Samstag, 5. Juni um 11 Uhr im Rondell im Platzspitzpark Texte von Franz Hohler und Gottfried Keller vorlesen. Die Bevölkerung ist herzlich zu diesem Anlass eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Für weitere Auskünfte:
Kontakt:
Ulrich Ruoff, 044 431 64 75
Thomas Boller, 079 438 66 54

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